Familie

Hypnose gegen Angst bei Kindern

Hypnose gegen angst

Wir wissen garnicht mehr so genau wann es los ging, aber unsere Nena ist seit Jahren geprägt von Ängsten und besonders in den letzten Monaten wurde dieser Zustand immer kritischer.

Sie hat auch schon viel mitbekommen und erlebt mit ihren 12 Jahren. Den schlimmen Fahrradunfall ihrer Schwester vor einigen Jahren oder auch den plötzlichen Tod vom Opa. Alles Situationen die alles andere als schön waren, doch normalerweise irgendwann verarbeitet sind.

Bei Nena war das anders. Man hatte das Gefühl, dass sich schleichend eine Mischung aus Angst & Kontrolle festsetzte, die die ganze Familie und auch ihren Freundeskreis mit einbezog. Wenn sich die Schwester z.B. verschluckte, hatte Nena Angst sie würde ersticken. Wenn ich oder ein anderes Familienmitglied krank wurde, hatte sie Angst man könne sterben. Und das sind nur 2 von vielen Situationen und Beispielen, die ich hier nenne, weil es mittlerweile so viele sind, dass es Seiten füllen würde.

Hypnose gegen Angst – die Lösung?

Irgendwann erzählte mir dann eine Followerin auf Instagram von Hypnose und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mich damit nie auseinander gesetzt oder daran geglaubt hab. Aber ich dachte, warum nicht und habe einen Termin ausgemacht. Auf diesen Termin haben wir mehrere Monate warten müssen, in denen die Ängste immer schlimmer und stärker wurden.

Auch in der gesamten Wartezeit vorher haben wir uns mit dem Thema Hypnose nicht beschäftigt. Nichts gelesen, nichts gehört, nichts gesehen. Wir haben es einfach auf uns zu kommen lassen und ehrlich gesagt habe ich mir auch nicht viel davon versprochen. Alles Humbug dachte ich lange Zeit, doch trotzdem haben wir uns darauf eingelassen.

Der erste Termin – Vorgespräch mit Ängsten

Wie ich schon beschrieben habe, ging es bei uns um das Zentrale Thema „Angst“ und ihr könnt euch sicher vorstellen wie schwierig es war, Nena überhaupt zu diesem Termin zu bewegen, denn das allein war ja ein neuer Angst-Gegner. Denn wenn man Angst hat, begleitet diese einen überall hin und verschwindet halt auch nicht.

Doch beim ersten Termin ging es lediglich um ein zwangloses kennenlernen und so ließ sie sich darauf ein. Wir haben ein wenig erzählt, worum es geht und schnell stand fest, dass das Thema „Angst“ aus ihrem Leben gestrichen werden muss. Das Programm Angst muss gelöscht werden! Nena wurde nämlich erklärt, dass ihr Gehirn quasi wie ein Computer ist, auf dem sämtliche Programme gespeichert sind. Alles was sie bisher erlebt hat, ist darauf enthalten. Und prägnante Erlebnisse natürlich als eigene „Datei“ abgespeichert.

Wir Erwachsenen denken dabei immer direkt an ganz schlimme Dinge, die die Kinder erlebt haben müssen, doch oft ist es eine vermeintliche Kleinigkeit, die zu Großem führt. Es muss für Außenstehende und Erwachsene garnicht schlimm gewesen sein. Kinder fühlen und empfinden ja ganz anders.

Nach dem ersten kennenlernen sollte Nena alles auf sich wirken lassen und selbst entschieden, ob sie zur Hypnose gegen Angst wiederkommen möchte oder eben nicht. Und das war eine Berg- und Talfahrt, dass kann ich euch sagen. Die ersten paar Stunden und Tage war es ein klares „NEIN“ doch als sich plötzlich auch bei ihrem eigenen Pferd die Ängste einschlichen sagte sie auf einmal „ich mache es“.

Der Tag der Hypnose gegen Angst

Ihr glaubt nicht wie aufgeregt wir waren. Nicht nur Nena – auch wir als Eltern. Wir wussten ja alle nicht, was da überhaupt passiert und vor allem, ob überhaupt was passiert oder sich verändert. Und wir sind absolut keine Esoteriker und eher Gegner dieser anderen Seite. Doch wenn man so lange mit einem Zustand lebt, der alle beeinträchtig und das eigene Kind so verändert, dass es kaum noch mit anzusehen ist, greift man nach jedem Strohhalm. Kein Kind sollte permanent Angst haben müssen! Kinder sollten unbeschwert und glücklich sein. Einfach leben und spaß haben!

Vor der eigentlichen Hypnose gegen Angst fand wieder ein zwangloses Gespräch statt. Ihr wurde auch genau erklärt, wie die Hypnose abläuft. Das sie zu keiner Zeit unzurechnungsfähig ist oder schläft. Sie ist lediglich in der Lage sich an Dinge zu erinnern (diese selbst zu sehen), die sie eigentlich schon vergessen hat (Unterbewusstsein wird dazu geschalten) oder an die sie keine Erinnerung hat, weil sie noch viel zu klein war. Und unter Hypnose kann man sehr weit zurückgehen. Weiter als ich je für möglich gehalten hätte.

Es hat ein wenig gedauert, bis sie sich wirklich drauf eingelassen hat und dann ging es los. Ich habe draußen gewartet und mir selbst kam es wie eine Ewigkeit vor. Ich hatte Angst und war gleichzeitig so Hoffnungsvoll. Als Nena nach knapp einer Stunde zur Tür kam um mich zu holen und mich freudestrahlend ansah wusste ich, es muss etwas passiert sein.

Was bei der Hypnose gegen Angst ans Tageslicht kam bzw. der Grund ihrer Ängste

Die ersten Worte waren, wir haben die Ängste auflösen können! Es hat alles geklappt! Und schon fiel mir eine große Last von den Schultern. Doch jede Mama wird jetzt nachvollziehen können, dass ich vor allem eines wissen wollte „wie es überhaupt zu diesen Ängsten gekommen ist“. Ich hatte bisher den Tod des Opas oder den Fahrradsturz in Verdacht, doch es war etwas ganz anderes und vor allem etwas, was die Dame die da vor mir saß nur von unserer Tochter oder mir hätte wissen können. Und weder ich, noch meine Tochter hat genau diese Sache vorher erzählt. Mir ist das auch garnicht eingefallen und Nena war noch viel zu klein, um sich daran zu erinnern und hatte auch nie davon erzählt.

Sie hat sich an den Tag erinnert, als sie ca. 3 Jahre alt war und nach einem Besuch auf dem Jahrmarkt am Kassenautomat zum Parkhaus ein „Bonbon“ aufgehoben, in den Mund gesteckt und herunter geschluckt hatte. Das ganze passierte in wenigen Sekunden und wir konnten nicht schnell genug reagieren. An diesem Parkplatz saßen viele Drogenabhängige und das dieses „Bonbon“ wirklich ein Bonbon war, erschien uns als Eltern sehr unwahrscheinlich und versetzte uns sofort in große Angst. Für Nena, mit ihren 3 Jahren, war es aber eben nur ein Bonbon und sie konnte garnicht verstehen, warum wir sofort ins Krankenhaus gefahren sind und uns große Sorgen gemacht hatten. Das dieses Bonbon eine Tablette gewesen sein könnte, vermutet ein Kleinkind ja nicht. Also sind wir sofort mit ihr ins nächstgelegene Krankenhaus gefahren. Dort wurde sofort reagiert und die Ärzte sagten, dass es lebensbedrohlich hätte werden können. Das schon Kinder gestorben sind, weil sie Tabletten versehentlich gegessen haben.

Alles das konnte sie in Hypnose sehen und unsere Angst spüren und sie hatte in dem Moment etwas für sie Positives (ein Bonbon gegessen), mit diesem negativem Erlebnis im Krankenhaus und der großen Sorge und Angst um sie, verknüpft. Wir hatten in diesem Moment wirklich Todesangst um unsere Tochter, hätten aber nie damit gerechnet, dass diese Angst der Auslöser ihrer eigenen Angst, knapp 10 Jahre später sein könnte. Doch genauso war es! Genau diese Situation war der Auslöser ihrer prägnanten Angst und die Dinge die danach passierten (Fahrradsturz der Schwester, Tod vom Opa…) verstärkten diese Angst immer mehr und mehr.

Mir wurde auch noch erklärt, dass unsere Tochter durch dieses prägende Angst Erlebnis im Kleinkindalter, angsttechnisch auch in genau diesem Zustand blieb. Also sie empfand Dinge, die sie eben so beängstige auch wie ein Kleinkind, obwohl sie schon 12 Jahre alt ist. Das wiederum erklärte mir, warum sie oft so extrem reagiert hat bisher. Das man ihr Ängste auch nicht abnehmen konnte, in dem man ihr erklärte, dass man keine Angst haben müsse. Weil ein Kind in dem Altern einfach anders denkt, empfindet und handelt.

Nach der Hypnose – anderes Kind

Vor der Hyponose fragte Nena noch, ob sie danach denn was merken würde. Ob sie danach anders wäre. Diese Frage hatte sie sich nun selbst beantwortet, denn alleine ihre Körperhaltung und ihr Gesichtsausdruck waren direkt nach der Hypnose komplett anders. Sie war glücklich und man konnte es ihr ansehen. Den Spruch „mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“ war in diesem Moment so präsent, wie ich es nie zuvor erlebt oder gesehen hatte.

Diese Angst wurde aufgelöst und aus ihrem Lebensprogramm gelöscht! Ich weiß das klingt alles total verrückt und man kann es sich als Außenstehender nicht erklären oder vorstellen. Aber diese Sache, mit der Tablette, wusste niemand. Nena hatte sie selbst noch einmal erlebt bzw. gesehen und erzählt. Und diese ganzen Details oder überhaupt diese Situation hätte die Frau die da vor mir saß garnicht wissen können. Und das war für mich der eindeutige Beweis, dass sowas „verrücktes“ wie Hypnose wirklich ist. Das es wirklich funktioniert!

Neustart ohne Ängste

Auf dem Heimweg dachte ich still, ob ich denn nun auch direkt Veränderung erleben würde und was soll ich euch sagen. JA ! Es sind so viele Kleinigkeiten gewesen, die sie sofort in Angst versetzten, dass ich schon nach wenigen Minuten merkte, dass sie anders ist. Insgesamt empfinde ich sie nach dem Termin als befreit, freudig und glücklich. Eben genau so, wie ein Kind sein sollte. Sie steht sich selbst nicht mehr im Weg, weil sie hinter jeder Ecke einen stehen seht – wenn ihr versteht was ich meine.

Zuhause angekommen ist sie direkt ohne Umwege in den Keller gegangen, um Eis zu holen. Den Keller, den sie seit Jahren nicht mehr ohne Begleitung betreten hat!

 

 

 

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

    Schreibe einen Kommentar