Kinder

Wieso, weshalb, warum!?

Kommunikation können meine Kinder und zwar in Perfektion! Während die eine noch nicht fertig ist mir etwas zu erzählen, steigt die andere schon ins Gespräch ein oder beginnt mittendrin ein völlig neues Thema. Dann pegeln sie sich lautstärkentechnisch hoch, irgendwann raucht mein Kopf und ich rufe laut „HALT“. Jetzt kommt es drauf an die unterschiedlichen Gespräche zu koordinieren, doch meist scheitert auch das. Und so quatschen mir beide Kinder täglich mehrere Koteletts an die Backe und abends raucht mir der Schädel. Lisi fängt zudem auch noch an zu singen, wenn ihr der Gesprächsstoff ausgeht und so herrscht hier den ganzen Tag eine Grundlautstärke. Was mir momentan besonders auffällt, ist der ausgeprägte Fragenkatalog, den besonders Nena an den Tag legt.

Ich gebe zu, dass ich dann auch schonmal auf Autopilot stelle und nur noch mit „mhhhh“ oder „hmmm“ antworte. Spätestens wenn meine Kinder dann rufen „echt“? bin ich wieder in der Realität angekommen und frage mich, welche Frage ich nun unwissentlich abgenickt habe. Doch zu spät, meine Kinder rennen schon zum Süßigkeitenschrank. Ich frage mich immer, ob das nur bei Mädchen so ist oder Jungs ebenso redefreudig sind wie Mädels.

Eine „Warum“ Szene aus dem Auto

Wir sind auf dem Weg nach Köln und haben somit eine Strecke von ca. 1 Stunde vor uns. Auf der Autobahn staut es sich plötzlich und von hinten schreit jemand „Warum fährst du jetzt langsamer“? Naja „antworte ich“, weil es sich hier staut. Oder hätte ich besser antworten sollen, weil wir leider keinen Panzer haben, mit dem wir über alles drüber fahren können!? Aber diese Antwort hätte sicher noch mehr Fragen aufgeworfen. Für mich ist das Thema abgeharkt, doch als wir langsam auf das leuchte Schild mit dem Pfeil (es wird Einspurig, bitte einordnen) zurollen folgt direkt die nächste Frage. Was ist das!? Und schon die nächste Frage „was machen die da“ als sie die Bauarbeiter sieht…

kindersitz maxi cosi rodifix

Auch Nena (8) muss noch im Kindersitz sitzen!

Während Lisi schon wieder singt, fange ich an zu erklären. Doch bevor ich meine Erklärung bis zum Ende ausführen kann, schießt mir direkt die nächste Frage entgegen und Lisi singt noch ein bisschen lauter. Warum wachsen Misteln in den Bäumen. Zack – schon haben wir ein neues Thema! Bis wir am Ziel ankommen habe ich locker 128 Fragen versucht zu beantworten. Denn auch mir fallen zu bestimmten Fragen einfach keine Antworten ein. Aber muss man denn auch für alles eine Antwort haben?

Auf jede Frage eine Antwort?

Muss man wirklich für jede Frage eine Antwort parat haben – das ist die große Frage!? Ich glaube hier muss man schon ein wenig selektieren denn ich habe den Eindruck, dass viele Fragen auch einfach so gestellt werden. Spätestens wenn ich die Frage nicht bis zum Schluss beantworten kann weiß ich, dass es auch eigentlich garnicht so wichtig war. Manchmal stoßen meine Mädels auch zu einem Gespräch hinzu, stellen sich daneben und sagen einfach mal so aus dem Nichts „Warum“. Und schon sind sie ins Gespräch eingestiegen und man fängt an zu erklären.

Manchmal wünschte ich mir eine App, die jede Frage meiner Kinder genau beantworten kann, denn mir fehlen leider für viele Fragen die richtigen Antworten. Ich bin ja nun auch kein wandelndes Lexikon, was für jede Frage eine Antwort parat hat. Ich glaube hier kommt es auch darauf an, die wichtigen Fragen zu beantworten und wenn man sie nicht sofort beantworten kann, muss man das auch ganz klar so sagen. Wenn den Kindern diese Frage dann wirklich wichtig ist, kann man sie zusammen in Erfahrungen bringen und einfach mal googeln.

Also kann ich hierzu nur sagen: man braucht nicht für alles eine Antwort und wenn man etwas selbst nicht weiß, sagt man das am besten auch genauso. Es gibt ja auch Eltern, die ihren Kindern jede Frage versuchen zu erklären, auch wenn sie selbst keine Ahnung haben. Und wenn man merkt, dass die Kinder eigentlich garkeine wichtige Frage haben, darf man auch einfach mal sagen – ach komm, ich glaub so wichtig ist das garnicht.

Darf ich Dir noch was empfehlen?

6 Kommentare

  • Reply
    JesS von feierSun.de
    8. März 2017 at 08:02

    „Warum ist das so? Sag mal warum und überhaupt „darum“ ist keine Antwort Mama. Mama warum, sag mal. Du musst mir das erklären, das ist Deine Aufgabe….. “

    Du siehst, dieses Thema könnte auch gut zu uns passen und bei manchmal 5 Stündigen Fahren macht das besonders Spaß…. Ja, diese Phasen sind wichtig und auch das erfragen von Dingen. Da bin ich vollkommen bei der Wissenschaft, aber was sie Wissenschaft nicht berücksichtigt, das sind meine Nerven…

    Ich leide also mit Dir. das macht es nicht besser, aber zusammener 🙂

    Drück Dich
    JesS

  • Reply
    Mihaela
    8. März 2017 at 09:57

    Hihi, das kommt mir sehr bekannt vor! Meine Tochter ist auch super neugierig! Aber ich gebe zu, dass ich nicht jede ihrer Fragen beantworten kann…. 🙂

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    Jana
    8. März 2017 at 20:28

    Mein 2 1/2 jähriger Babyboy ist auch schon ein wandelndes Fragenzeichen. Wo gehen wir hin? Ist Papa auch da? Wo ist Papa? Was machst du da? Was guckst Du da? Was ist das für ein Geräusch? Wo denn? Darf ich ein Gummibärchen haben?….

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    Christiane
    9. März 2017 at 14:31

    Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Vor allem das gegenseitige ankurbeln der Lautstärke. Und mein „Einer nach dem Anderen“ wird nur all zu gerne ignoriert Liebe Grüße, Christiane

  • Reply
    Sarah
    14. März 2017 at 20:26

    Ich schmeiße jetzt noch einmal einen anderen Aspekt ein und sage: für die kindliche Entwicklung ist es total wichtig zu merken, dass Mama und Papa auch nicht allwissend sind. Wenn du also auf eine Frage keine Antwort hast, zeigt das den Kids, dass sie auch Fehler machen dürfen und das stärkt wiederum ihr Selbstbewusstsein (und schon deine Nerven^^)

    Liebe Grüße,

    Sarah

  • Reply
    Mareike
    21. März 2017 at 10:25

    Hihi das kommt mir bekannt vor :). Meiner Sohn stellt auch gern fragen, da muss ich oft erstmal kurz googlen 😉

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