Familie

Lisi´s Fahrradunfall – Helm hat sie gerettet

woombike helm

Ich sitze hier auf der Couch und mir läuft noch immer ein Schauer über den Rücken, wenn ich an den gestrigen Abend denke. Heute Nachmittag sind wir erst aus dem Krankenhaus entlassen worden, denn unsere Lisi hatten einen schlimmen Fahrradunfall. Ich habe alles mit angesehen, konnte aber nichts machen und mein erster Gedanke war: sie hat sich das Genick gebrochen!

Sekunden hätten unser ganzes Leben verändern können. Sekunden in denen ich nur dort stehen und zusehen konnte, wie meine kleine Tochter von der Straße abkommt und unsere Einfahrt hinunter stürzt. Sie stürzte knapp 2 Meter in die Tiefe und überschlug sich am Ende. Ich schrie einfach nur vor Hilflosigkeit! Während sie fiel, hat sie den Kopf bzw. Hals so verdreht, dass sofort ein schlimmes Kopfkino in mir ablief.

Pure Hilflosigkeit

Was sollte ich nun tun? Sie aufheben, sie liegen lassen? Aber wie könnte ich mein Kind einfach so liegen lassen, unter dem Fahrrad, kopfüber? Und so habe ich sie aufgehoben. Im gleichen Moment schoss mir sofort der Gedanke in den Kopf, jetzt alles noch schlimmer gemacht zu haben. Denn Lisi hing einfach nur auf meinem Arm, lies Arme und Beine hängen und bekam keine Luft mehr. Was habe ich bloß getan? Habe ich jetzt alles falsch gemacht? Ich habe sie angeschrien, „Lisi bitte atme! Atme Lisi!“

Ruf den Krankenwagen

Mein Mann kam zur Hilfe und ich war so unglaublich froh, dass er Zuhause war. Wir waren ja gerade erst aus dem Urlaub zurück und die ganze Familie war noch im Haus. „Ruf den Krankenwagen“ schrie ich ihn an und schon kam Nena um die Ecke, sah wie es um Lisi stand und fing fürchterlich an zu weinen und zu schreien. Muss Lisi jetzt sterben? Mama – muss Lisi jetzt sterben? Während ich das jetzt schreibe, fühle ich mich fast in den gestrigen Zustand zurückversetzt. Hilflos, verunsichert, in größter Sorge, dass unsere Tochter diesen Sturz vielleicht sogar nicht überleben würde, denn ich hatte ja alles mit angesehen und konnte kaum glauben, dass man diesen Sturz ohne schlimmere Verletzungen überleben könnte.

Als Lisi wieder Luft bekam bin ich mit ihr rein und lege sie vorsichtig auf der Couch ab, auf den Rücken, ganz gerade. Sie lag einfach nur da, starrte an die Decke und war kreidebleich. Doch sie war ansprechbar! Nach einer Weile frage ich vorsichtig, ob sie Finger und Zehen noch bewegen kann. Und sowohl die kleinen Finger- als auch Zehen bewegten sich und ein ganz klein wenig Erleichterung machte sich breit. Kurze Zeit später traf schon der Notarzt ein und begann mit den ersten Untersuchungen. Nena war noch immer außer sich und hatte Todesangst um ihre kleine Schwester. Sie schrie und schrie – alle standen wir paralysiert herum, nur der Notarzt und die Sanitäter reagierten und versuchten uns zu beruhigen.

Der Notarzt bzw. Krankenwagen trifft ein

Nach ersten Tests stand fest, dass Lisi fixiert ins Krankenhaus transportiert werden musste, weil Verletzungen an der Halswirbelsäule oder den inneren Organen im Bauchraum nicht ausgeschlossen werden können, ohne ein Röntgenbild und einen Ultraschall. Und so ging alles recht schnell und wir saßen im Krankenwagen auf dem Weg ins Krankenhaus. Im Krankenwagen lag Lisi immer noch nur da, starrte an die Decke und schlief immer wieder kurz ein. Doch der Arzt beruhigte mich immer wieder! Einer der Rettungssanitäter zog einen kleinen Teddy aus einem der Schränke und schenkte ihn Lisi, ein erstes kleines Lächeln war in diesem Moment die schönste Reaktion für mich. Dann fing sie auch plötzlich wieder an auf Fragen zu antworten.

Endlich im Krankenhaus

Kurze Zeit später trafen wir schon im Krankenhaus ein und durchliefen als erstes den Ultraschall des Bauchraumes. Alles ok – keine Verletzungen an den inneren Organen! Wieder wurde ich ein Stück ruhiger. Dann ging es weiter zum Röntgen und auch dort gab es eine erste Entwarnung. Als ich ihren Fahrradhelm aus der Tasche zog, erschreckten sich die Ärzte kurz und sagten sofort: toll, dass du deinen Helm auf hattest. Der Helm hat dich gerettet! Im Helm hat sowohl an der Stirn als auch am Hinterkopf ein richtiges kleines Loch. Hätte sie den Helm nicht aufgehabt, wären diese Löcher nicht im Helm, sie wären in ihrem Kopf. Undenkbar, wie die ganze Sache dann ausgegangen wäre.

Danach durften wir auf die Kinderstation und kurz verschnaufen. Lisi ging es schon deutlich besser und auch Papa und Nena waren wieder bei uns. Als die beiden zur Tür reinkamen, saß Lisi schon am Tisch und aß ihr Abendbrot. Man konnte den Steinbrocken der den beiden von der Seele fiel förmlich fallen hören. Vor allem für Nena war es unglaublich wichtig zu sehen, dass es ihrer Schwester wieder gut ging. Denn der letzte Gedanke von Nena war, dass ihre Schwester vielleicht sterben müsste. Sie hat sogar den Notarzt am Krankenwagen noch angesprochen und gefragt, ob es denn was ganz schlimmes sei mit ihrer Schwester. Kurze Zeit später ging es weiter mit den Untersuchungen und die beiden haben sich wieder verabschiedet. Nena hat sich die Nacht sogar noch übergeben, wie ich am nächsten Tag erfuhr. So stand sie unter Schock!

Das neue Woobike und der Helm sind auch verletzt

Schwindel schuld am Sturz

Plötzlich erinnert sich Lisi wieder an den Sturz und sagt: Mama, weißt du wie das passiert ist? Ich schaue sie mit großen Augen an. Alles hat sich gedreht und ich wusste nicht mehr wo ich bin. Sie hatte Tage zuvor schon Schwindel, als wir noch in Holland waren. Dort waren wir auch beim Arzt und es hieß, ein Virusinfekt. Doch Zuhause angekommen dachten wir eigentlich, sie sei wieder fit. Doch das war sie anscheinend nicht. Und während sie das erzählt, reagiert die Kinderärztin im Krankenhaus sofort und schickt uns zum EKG und veranlasst ein Blutbild. Als wir das EKG mitbekommen lese ich die Interpretation: grenzwertiges EKG und gerate sofort wieder in Panik. Doch sie lag schon am Monitor und somit unterm Argus-Auge und die Erschöpfung in mir machte sich breit. Für den nächsten Tag waren noch ein weiteres EKG und ein EEG angesetzt. Und so versuchte ich zu schlafen…

Der nächsten Morgen…

Am nächsten Morgen ging es direkt weiter mit den Untersuchungen. EKG und EEG! Und wieder vergingen einige Stunden des Wartens. Gegen Mittag dann die endgültige Entwarnung. Es ist alles gut! Lisi hatte einen riesigen Schutzengel und außer einer Gehirnerschütterung und etlichen Prellungen und Schürfungen, geht es ihr gut. Ein Wunder!

Fahrradhelm rettet Leben!

Und deswegen ist es mir so eine Herzensangelegenheit euch von unserer Horror-Geschichte zu erzählen. Der Fahrradhelm hat Lisi vielleicht gerettet. Vor ernsthaften Kopfverletzungen oder schlimmeren. Ohne den Helm, säßen wir heute noch nicht wieder Zuhause, wenn überhaupt. Und ich sehe immer wieder Kinder mit dem Fahrrad, Roller, Inlinern oder Rollschuhen durch die Straßen fegen, ohne Helm! Meine Mädels sind hier zum Glück schon immer sehr gewissenhaft und wir müssen sie nicht an den Helm erinnern. Im Urlaub war Lisi´s Helm fast angewachsen und wir mussten richtig lachen als sie fragten, wo ist eigentlich mein Helm? und wir antworteten: immernoch auf dem deinem Kopf. Der Helm wäre so gemütlich, dass sie ihn ganz vergessen hat.

Fahrradhelm lebenswichtig

Der Helm ist angewachsen bei Lisi

Bitte, bitte zieht euren Kindern immer einen Helm an bzw. sensibilisiert eure Kinder, selbst daran zu denken. Ganz egal ob sie Fahrrad oder Roller fahren. Der Helm ist für alles was Rollen hat unerlässlich!

Erleichterung!

Jetzt sitzen wir alle hier und danken Gott dafür, dass er unserer Tochter diesen Schutzengel zur Seite gestellt hat. Denn wir sind uns ganz sicher, ohne diesen wäre dieser Tag ganz anders ausgegangen! Vor meinen Augen läuft der Moment immer wieder ab und ich werde diesen sicher noch ganz lange mit mir tragen. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie erleichtert und glücklich wir alle sind, dass es unserer kleinen Lisi gut geht.

Darf ich Dir noch was empfehlen?

7 Kommentare

  • Reply
    Hanna F.
    30. August 2017 at 12:56

    Puh, gut dass es so ausgegangen ist!! Und dass ihr das Helmtragen den Kindern so eintrichtert, finde ich gut und richtig. Wir machen es auch so, von Anfang an. Sogar unserer zweijährigen Tochter fällt auf, wenn andere ohne Helm fahren.
    Liebe Grüße und alles Gute !
    Hanna

  • Reply
    Kerstin
    30. August 2017 at 20:49

    Ich krieg ne Gänsehaut, wenn ich das lese. Gott sei Dank, im wahrsten Sinne des Wortes. Laßt das mit dem Schwindel auf jeden Fall nochmal abklären. Da kann noch so viel dahinter stecken, nicht nur ne Infektion. Danke an den Schutzengel und Danke fürs Teilen und Sensibilisieren. LG Kerstin

  • Reply
    Ramona
    31. August 2017 at 07:02

    Puh ein Glück, dass sie den Helm auf hatte. Ich bin da auch bei meinen Kindern immer vorsichtig, da ich als Kind den Sturz meines Bruders miterleben musste. Es war gar kein schlimmer Sturz aber ohne Helm wäre er heute wahrscheinlich nicht mehr da. Er war einfach mit dem Fahrrad gekippt und auf die Bordsteinkante geknallt. Der Helm war gespalten. Ein sehr prägendes Erlebnis und auch ich fahre seither nur mit Helm! Alles Gute für Lisi und Nena und auch für euch Eltern und dass ihr euch alle schnell von dem Sturz erholt. LG Ramona

  • Reply
    Firlefanz
    31. August 2017 at 22:21

    Oh jeh, was für ein furchtbarer Unfall. Und wie wunderbar, dass es so gut ausgegangen ist und sie einen Helm getragen hat. Seitdem mein Schwager einen schweren Fahrradunfall (ohne Helm) mit ernsthafter Gehirnerschütterung hatte und fast noch „Glück“ hatte, dass er „nur“ seinen Geruchssinn dabei verloren hat, trage ich selber auch immer einen Helm, meine Tochter sowieso … solche Erlebnisse führen einem die Wichtigkeit doch nochmal deutlich vor Augen … Alles Gute für euch! Ich wünsche euc, dass sich Lisi und ihr alle, schnell von dem Sturz und dem furchtbaren Erlebnis erholt!

    LG
    Kristina

    • Reply
      Daniela
      3. September 2017 at 08:56

      Liebe Kristina,

      ganz lieben Dank! Meine Mädels werden den Helm wohl nie mehr vergessen!

  • Reply
    Isabelle
    4. September 2017 at 19:24

    Puh, wenn ich das lese bekomme ich auch direkt Gänsehaut. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert! Vor einem Jahr hatten wir einen ähnlichen Moment, den ich lange nicht vergessen werde. Da ist unsere Tochter kopfüber von einem großen Holzpferd gestürzt und hat auch den Kopf ganz komisch verdreht. Diese Sekunden der Hilflosigkeit waren so schlimm. Auch bei uns ist ausser einem Armbruch Gott sei Dank nichts passiert.

    Erholt euch schnell von dem Schrecken!!!

    LG Isabelle

    • Reply
      Daniela
      5. September 2017 at 06:54

      Danke liebe Isabelle – solche Momente braucht einfach niemand!

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