Lifestyle

Projekt: Endlich ein schönes Lächeln

Projekt endlich schöne zähne

So lange ich denken kann lache ich ausschließlich mit geschlossenem Mund. Warum? Weil meine Zähne mich davon abhalten, offen zu lachen. Mein Oberkiefer ist einfach zu schmal und so haben sich im Laufe meines Lebens meine Eckzähne nach oben verschoben. Ab dem Teeniealter habe ich also versucht diesen Makel zu verheimlichen und ich muss sagen, dass es mir bis heute sehr gut gelungen ist. Außer meinen Liebsten wusste niemand davon, selbst mein Schwager war ganz erschrocken, als ich jetzt davon erzählte.

Wie gerne hätte ich aber auch Fotos von mir, auf denen ich so richtig herzhaft und mit Zähnen lache. Zudem ist es ganz schön anstrengend sich selbst immer so unter Kontrolle zu haben und zu maßregeln. Hier zuhause lache ich zwar auch ganz normal, aber sobald ich in der Öffentlichkeit unterwegs bin, ist der Tarnmodus aktiv. Aber jetzt, mit 38 Jahren, habe ich endlich einen Zahnarzt gefunden, der mein Problem verstanden hat und mit mir und meinen Vorstellungen auf einer Welle liegt. Also gehe ich es jetzt an – besser spät als nie oder wie heißt es so schön?

zähne schief Kind

Das bin ich, früher

Der Plan!

Mein Plan war es schon lange, den einfachsten Widerstand zu nutzen und die störenden Eckzähne einfach ziehen zu lassen. Doch die Zahnärzte waren da bisher anderer Meinung. Gesunde Zähne zieht man doch nicht.

Es sollte eine Zahnspange her, doch der Prozess die Zähne von soweit oben runter zu holen, hätte ewig gedauert und da einfach kein Platz im Oberkiefer ist, hätte man stattdessen hinten zwei Zähne gezogen. Was für eine Logik oder? Die Eckzähne sollen bleiben, dafür aber Backenzähne gezogen werden, die ebenso gesund sind. Der einzige Grund der hierfür gesprochen hat war der, dass sich der Kieferchirurg so eine regelmäßige Einnahmequelle gesichert hätte. Denn ich wäre garantiert lange Jahre Kunde gewesen. Ob es ein Happy-End gegeben hätte, dass bezweifle ich allerdings.

Für mich hat das einfach keinen Sinn ergeben und deswegen habe ich es immer wieder verworfen. Bis letzte Woche die ganze Sache unverhofft wieder ins Rollen kam.

Eckzahn falsch gewachsen

Der störende Eckzahn

Projekt gestartet: Erster Zahn gezogen

Vergangenen Freitag habe ich dann ganz unerwartet das Projekt „endlich ein schönes Lächeln“ gestartet und einen meiner Vampirzähne in einem Zahndöschen mit nachhause nehmen dürfen. Ja, ich lasse mir diese beiden, gesunden Zähne ziehen. Jetzt gibt es sicher viele die sagen oder denken, warum lässt man sich gesunde Zähne ziehen? Aber was bringen mir gesunde Zähne, die mich krank machen? Genau – nichts! Und so trauere ich ihnen auch keine Sekunde hinterher. Es ist vielmehr ein befreiendes Gefühl, als würde eine riesige Last Stück für Stück von mir abfallen. Und genau deswegen lasse ich mir diese gesunden Zähne ziehen. Sie haben sowieso keine Funktion in meinem Mund, außer dass sie stören. Ich kann damit weder kauen, noch sonst irgend etwas produktives tun. Ok, ich könnte damit eventuell Papier lochen, aber dafür gibt’s andere Hilfsmittel 😉

Eckzahn gezogen

Mein Eckzahn, sollte ich vielleicht an ne Kette hängen 😉

Schon bald geht’s weiter mit Zahn No. 2 und auch wenn es alles andere als eine Lieblingsbeschäftigung von mir ist, zum Zahnarzt zu gehen muss ich echt sagen, ich freu mich drauf. Und das sowas aus meinem Mund kommt, hätte ich niemals gedacht. Ich bin nämlich ein absoluter Angst-Patient und wüsste auf Anhieb mindestens 1.000 bessere Dinge, als zum Zahnarzt zu gehen. Im Prinzip hatte ich auch nach dem Zähne ziehen kaum Probleme. Klar tut es ein bisschen weh und die Stelle an der nun ein dickes Loch mein Zahnfleisch ziert ist irgendwie komisch in meinem Mund, aber das vergeht und dann kann´s weitergehen.

zähne ziehen

Was bleibt ist das große Loch, aber auch das verschwindet

Eckzahn gezogen

Auf dieser Seite ist der Eckzahn schon weg.

Zukunftsprojekt: Zahnspange bzw. Schiene

Wie gesagt, der nächste Step ist der nächste Eckzahn und wenn dann alles verheilt ist, geht’s weiter. Die Lücke die dann bleibt ist garnicht mehr groß und soll geschlossen werden. Wie genau das ablaufen soll und womit, dass weiß ich ehrlich gesagt noch garnicht. Aber ich werde den gesamten Verlauf hier nach- und nach ergänzen, so dass man die „Verwandlung“ nachher im Ganzen sieht.

lächeln vorher

Noch sieht mein lächeln so aus

Therapie für mich, Mutmacher für euch

Ich mache das übrigens nicht, weil ich irgendeine Kooperation laufen hab oder so. Ich bin selbst eher so reingestolpert, kann man fast sagen. Wir haben eigentlich nur nach einem neuen Zahnarzt gesucht. Alles was danach kam war nicht geplant, aber ich glaube ja ein bisschen an Bestimmung. Vielleicht sollte es einfach so sein. Naja, jedenfalls hat der Zahnarzt mich sofort verstanden und nicht nur an den eigenen Geldbeutel gedacht sondern daran, wie man mir schnell helfen kann.

Ich mache das ausschließlich für mich! Ich träume mein Leben lang davon und habe es immer wieder versucht anzugehen. Doch bisher war niemand dabei, der mich verstanden hat. Mit dem richtigen Zahnarzt im Gepäck, klappt jetzt auf einmal und ich freu mich so.

Und ich verblogge es letztlich, weil es fast schon eine Art Therapie für mich ist. Ich muss es mir von der Seele schreiben, nur so kann ich es auch richtig verarbeiten. Und ich lasse euch daran teilhaben weil ich euch damit sagen möchte, dass es NIE ZU SPÄT IST, etwas in seinem Leben zu verändern. Dinge anzugehen. Sich etwas zu trauen. Man muss sich nicht schämen, dass weiß ich jetzt auch. Es ist nichts Schlimmes, einen Makel an sich zu haben. Und wenn man diesen Makel an sich nicht mag, darf man ihn beseitigen. Wenn auch ihr ein solches Geheimnis bzw. einen solchen Makel (das klingt irgendwie blöd, aber ihr wisst was ich meine) mit euch herumtragt versucht es doch mal anzugehen. Manchmal braucht man einfach einen kleinen Seitenhieb, um sich zu trauen. Vielleicht bin ich dieser Seitenhieb für euch. Es würde mich jedenfalls sehr freuen!

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

    Schreibe einen Kommentar