Grundschule

Grundschule: 5 in Mathe – Woran liegts?

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Gestern ist unsere Tochter mit der zweiten 5 in Mathe (3. Grundschulklasse) nachhause gekommen. Mathe ist unser großes Sorgenkind und eine bessere Note als eine 4 ist bei ihr fast ausgeschlossen. Wenn wir hier Zuhause üben oder Hausaufgaben machen läuft es eigentlich gut – viel besser noch als vor einigen Monaten. Oft erzählt mir meine Tochter jetzt auch wie weit sie mit der jeweiligen Lernleine ist und wir können uns ein bisschen besser auf den anstehenden Test vorbereiten. Und beim letzten Test habe ich wirklich gedacht, dass es diesmal mindestens eine 3 werden könnte, denn wir haben echt viel geübt und ich hatte durchaus das Gefühl, dass sie das Thema verstanden hat. Tja – Pustekuchen! Es ist wieder eine 5 und ich würde fast sagen, haarscharf an der 6 vorbei. Aber warum ist das so?

Kein Aufgabenverständnis?

ADS haben wir ja nun abklären lassen und auch ihr IQ ist völlig normal. Mir fällt immer mehr auf, dass sie ganze Aufgaben garnicht macht. Sie sagt dann, dass sie die Aufgabe nicht verstanden und deswegen nicht machen konnte. Andere Aufgaben macht sie zwar, aber sie macht etwas ganz anderes als eigentlich verlangt wird. Auf meine Nachfrage, ob sie die Aufgaben denn überhaupt liest antwortet sie: Ja – aber ich verstehe es nicht! Oder sie hat etwas ganz anderes gelesen, als tatsächlich dort stand. Ich glaube das ist ihr größtes Problem, dass sie die Aufgaben einfach nicht versteht bzw. nicht richtig liest und dann entweder einfach irgendwas macht oder eben garnicht.

In der 3. Grundschulklasse sollte man auch nun aber davon ausgehen, dass die Kinder die Aufgaben selbstständig lesen, verstehen und auch bearbeiten können. Bei unserer Tochter ist genau das der Knackpunkt! Sie sitzt vor diesem Blatt, versteht nur die Hälfte und macht davon dann auch noch nur die Hälfte. Ich glaube auch nicht, dass es nur am lesen liegt. Sie hat zwar noch immer ihre Schwierigkeiten mit dem Lesen, aber in Deutsch ist sie keine 5er Schülerin. Wenn es ein Lese-Rechtschreib-Problem wäre, hätte sie in Deutsch sicherlich auch sehr viel schlechtere Noten.

Hilfe holen – Nachhilfe?

Wir möchten nicht länger zusehen wie unserer Tochter die Lust an der Schule und an Mathe immer mehr vergeht und haben uns dazu entschlossen, Nachhilfeunterricht in Anspruch zu nehmen bzw. uns darum zu kümmern. Obwohl ich der Meinung bin, dass die Kinder in der Grundschule und mit den Hausaufgaben schon ausgelastet genug sind gehen wir nun diesen Schritt, weil sie sonst mit Glanz und Gloria scheitert. Und das wollen wir mit allen Mitteln und Hilfen verhindern. Ich übe zwar auch mit ihr hier Zuhause, das endet aber meist in unnötigen Diskussionen und Streit und weil ich eben auch nicht mehr so im Thema bin und viele Dinge ganz anders lösen oder schreiben würde, macht das wenig Sinn. Sie braucht hier schon gezielte Hilfe und genau die Vorgehensweise, die auch in der Grundschule angewendet wird.

Zurückstellen in der Grundschule?

Wie gesagt geht unsere Tochter jetzt in die 3. Grundschulklasse und zu Beginn dieses Schuljahres hatte ich schon meine Bedenken, weil es direkt so zäh losging. Ende des 2. Schuljahres musste das kleine 1 x 1 sitzen und da dies bei uns nicht der Fall war, ging das 3. Schuljahr schon ziemlich schleppend los für uns. Nena möchte davon zwar am liebsten nichts hören, aber ich bin immer noch der Meinung das es ihr gut tun würde, wenn sie nochmal einen kleinen „Neustart“ ab der 2. Klasse wagt. Sie hat soviele Themen nicht vertiefen können und bei so vielen Dingen nur gefährliches Halbwissen, dass es für uns kaum noch möglich ist, all das verpasste aufzuholen.

Ich weiß auch, dass das Thema Zurückstellen in der Grundschule schwer umstritten ist und ich weiß auch, dass das kein Patentrezept ist. Es ist aber ein Versuch und kann ein kleiner Neuanfang werden. Und wenn sie dadurch besser klar kommt und bessere Noten schreibt tut ihr das einfach gut und sie findet vielleicht neuen Mut und vor allem neues Selbstbewusstsein.

Lösung mit Grundschule erarbeiten

Nach einem sehr netten Gespräch mit der Lehrerin sind wir nun so verblieben, dass wir gemeinsam eine Lösung finden werden. Ob sie nun zurück in die 2. Klasse geht und damit eine völlig neue Situation hat oder in der Klasse verbleibt, aber mit einem für sie entschleunigtem Programm – mal sehen! Aber ich bin wirklich froh, dass es hier an unserer Grundschule Mittel und Wege gibt. Ich hab zwar auch ein wenig Angst, dass auch diese Veränderung nichts an den Problemen ändert, aber in Verbindung mit Nachhilfe bin ich da erstmal optimistisch.

Termin beim Kinderarzt

Nichts desto trotz werde ich aber auch noch einmal einen Termin mit unserem Kinderarzt vereinbaren. Sie ist ja auch schon mehrfach einfach so und aus heiterem Himmel umgekippt, das letzte Mal ist kaum ein paar Wochen her – nicht das doch etwas nicht stimmt in ihrem Köpfchen. Diese Schwindelattaken, die Konzentrationsstörungen, die Verständnisprobleme und ihre allgemeine Zerstreutheit sollten dringend auch noch einmal aus ärztlicher Sicht abgeklärt werden. EKG, EEG und Co. haben wir zwar schon ergebnislos hinter uns (nach den Schwindelanfällen), aber vielleicht gibt’s noch eine andere Erklärung für all das? Jemand Erfahrung?

 

Darf ich Dir noch was empfehlen?

6 Kommentare

  • Reply
    Eva aus Sockenbergen
    31. Dezember 2016 at 13:28

    Puh, da habt ihr ja schon einen ganzen Brocken zu tragen.
    Das 1×1 ist für viele Kinder schwierig. Unseren hat Musik und Bewegung geholfen es auswendig zu lernen. Die 1×1-CD läuft hier rauf und runter, so dass sogar die 6Jährige zu meinem Leidwesen es bald kann. Du hast ja schon mal geschrieben, dass Nena eher hibbelig ist und Bewegung braucht, da bietet sich für das Mathe lernen auch Aufgaben in der Natur an, wie: 1×1 die Treppe rauf und runter je nach Zahlenkombination.
    Textaufgaben sind gerade für 3. Klässler noch eine große Herausforderung und trotz gutem Verständnis und guter Auffassungsgabe hat unsere Große da auch immer mal wieder ihre Probleme gehabt.
    Super, dass ihr mit der Grundschule so wunderbar kooperiert. Ein Rückstufung ist immer umstritten, aber ich habe jetzt schon so einige Kinder gesehen, denen genau dieses sehr gut getan hat und immens geholfen hat. Manches Kind braucht eben noch etwas Zeit, dass ist doch auch völlig in Ordnung so. Lasst die Kinder Kinder sein! Etwas Nachhilfe ist sicher nicht verkehrt, aber lass ihr Raum sich zu entfalten und zu spielen, zu toben, sich auszupowern. Und übt Rückwärtslaufen, dass stärkt im Gedächtnis genau die gleichen Areale, die auch zum Lösen mathematischer Aufgaben genutzt werden 🙂

    • Reply
      Daniela
      31. Dezember 2016 at 14:17

      Liebe Eva,
      vielen Dank für deine lieben Worte!
      Bin gespannt was das neue Jahr uns in Sachen Schule so bringt.
      Hoffe es wird besser!
      Das mit dem Rückwärtslaufen merke ich mir mal, danke!

  • Reply
    Katrin
    4. Januar 2017 at 16:56

    Liebe Daniela,

    die arme Nena, das klingt schon nach einer größeren Belastung, die sie da zu stemmen hat!

    Ich arbeite in einem Nachhilfeinstitut (Leitungsfunktion, nicht als Lehrerin), deshalb fallen mir noch folgende Dinge ein, die wir unseren Kunden mit auf den Weg geben, wenn sie sich wegen größerer Schulprobleme an uns wenden:

    Sieht / hört das Kind gut?
    Es gibt z. B. auditive oder visuelle Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen, die beim Augenarzt oder Pädaudiologen diagnostiziert werden können.

    Offenbar hat Eure Tochter Schwierigkeiten beim Leseverständnis, weshalb es absolut vernünftig von Euch ist, diesem Problem auf den Grund gehen zu wollen. Spätestens ab der weiterführenden Schule wird Nena auch in den Nebenfächern viel sinnerfassend lesen müssen. Es tut dann gut zu wissen, wie man sie unterstützen könnte.

    Neben regulärer Nachhilfe, die vorrangig fach- und sachbezogen ist, gäbe es noch die Möglichkeit einer Lerntherapie. Hat ein Kind z. B. Dyskalkulie oder LRS, wird es gezielt bei der Bewältigung seiner Lernschwierigkeiten durch bestimmte Methoden unterstützt. Vielleicht wäre das noch was für Euch, wenn Ihr dann genauer wisst, worin Nenas Schwierigkeiten begründet liegen.

    Wäre es möglich, dass Nena in der Grundschule ihre Arbeiten und Tests mit Kopfhörern schreiben dürfte? Vielleicht könnte sie sich dann besser fokussieren?

    Wenn Ihr eine komplette Diagnostik erwägt, kann ich noch den Gang zum SPZ empfehlen. Hierzu bräuchtet Ihr aber eine Überweisung durch den Kinderarzt und müsstet mit einiger Wartezeit rechnen.

    Ich finde es toll, wie sehr Ihr Eure Tochter unterstützt und wie offen Ihr mit Euren Sorgen umgeht.
    Damit ist der erste Schritt schon getan!

    Alles Gute für Euch und liebe Grüße,
    Katrin

    • Reply
      Daniela
      5. Januar 2017 at 12:01

      Liebe Katrin,

      vielen lieben Dank für deine ausführliche Nachricht!
      Ab Mitte Januar gehts bei uns weiter mit dem LRS und Dyskalkulie Test. Mal sehen, ob uns das vielleicht weiterbringt.

      Kopfhörer werden wohl schon eingesetzt bei ihr, allerdings hilft das offensichtlich auch nur bedingt. Sie hat einfach große Probleme mit dem Aufgabenverständnis.

      Hoffe wir können ihr bald gezielter helfen!

      Liebe Grüße
      Daniela

      • Reply
        Pascale
        6. Januar 2017 at 15:28

        Hallo,
        Ich hatte die selben Probleme in der 3. Klasse wie die kleinen Nena.
        Mathe habe ich am Anfang ganz gut verstanden, aber später wurde es immer schlimmer also kam der Test und es kam raus, das ich an dieser dyskalkulie leide. Daraufhin habe ich eine klasse neu gemacht und ich muss sagen, das mir das schon einiges geholfen hat.
        Also ist es eine gute Idee die kleine Nena testen zu lassen.

        Liebe Grüße

  • Reply
    Melanie R
    20. Januar 2017 at 10:45

    Hallo, ich kenne das auch von meiner großen Tochter. Sie ist allerdings jetzt schon bald 14.
    Ich habe die Schilddrüse testen lassen (wichtig, nicht nur TSH, sondern auch FT3 FT4 und TPO, TSH ist eine nichtssagende Momentaufnahme) Der TSH sollte maximal 1,5 sein, FT3 und FT4 im oberen drittel des Referenzbereichs und keine TPO vorhanden.
    Als nächstes haben wir Ferritin checken lassen, da Eisen im Serum schon zu niedrig war. Eisen im Serum ist so ein Quatschwert, Im Serum kommt der Mangel immer zuletzt an, am besten sieht man ihn im Speichereisen. Und der Mangel verursacht u.a. Wachstums- und Konzentrationsstörungen. Da bekommt sie jetzt demnächst Infusionen.

    Was aber m.E. bei uns am schwierigsten ist, ist der Kampf ums Essen. Meine Tochter ist bei uns die Einzige, die Zucker und Mehl isst. Wir halten davon gar nichts und wenn sie meine Veranlagung geerbt hat, ist sie dadurch xmal am Tag unterzuckert. Gerade Kinder haben oft wenig Lust, zwischendurch in der Schule zu essen und dadurch entstehen halt solche Situationen. Heute, in ihrem Alter, sage ich ihr ganz offen, daß es so lange sie Croissants in sich hineinschiebt um 7 und dann hungert bis 14 Uhr, nicht besser werden wird. Wer mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel unterwegs ist, kann beliebig selten am Tag essen. Ein Zucker- und Getreide-Abhängiger kann das nunmal nicht, da muss alle paar Stunden etwas hinterher geschoben werden. Schwierig ist das mit Teenies, aber die Biochemie lässt sich nun einmal nicht betrügen.

    ich wünsche Dir viel Glück bei der Ursachenforschung.

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