Grundschule

2. Klasse – vom lesen, bewerten & Stress!

grundschule Hausaufgaben

Vor einer Woche hatten wir Elternsprechtag in der Grundschule und ich muss gestehen, dass ich vor diesem Elternsprechtag (2. Klasse) schon ein wenig bammel hatte. Momentan ist nämlich alles irgendwie schwierig und vorallem mit dem lesen haben wir noch immer große Probleme. Jetzt ist es aber so, dass ab der 2. Klasse sämtliche Aufgaben selbst von den Kindern gelesen und beantwortet werden müssen. Bei Klassentests fällt mir häufig auf, dass meine Tochter scheinbar etwas ganz anderes verstanden hat, als eigentlich gefragt war.

Für Kinder die eben noch nicht perfekt lesen können ist es aber auch wirklich schwierig. Sie haben ja ohnehin schon Probleme die Frage überhaupt lesen zu können und dann noch Zusammenhänge dazu zu bilden und sich eine Antwort zu überlegen, ist einfach schwierig. Auch das Thema Sachaufgaben ist ein ganz schwieriges Thema momentan! Meine Tochter weiß meist überhaupt nicht, was ich von ihr will.

Keine Lust oder LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)?

Auf die Frage hin, warum sie denn keine Lust hat zu lesen antwortet meine Tochter: weil ich keine Lust habe und lesen doof ist! Das ist eine Ansage und im ersten Moment weiß ich garnicht, was ich dazu sagen soll. Sie findet lesen einfach blöd und hat auch überhaupt keine Spaß daran. Als wir das Thema beim Elternsprechtag mit der Klassenlehrerin besprechen rät sie uns dazu, vielleicht einen Test auf LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) zu machen. Doch liegt es bei ihr wirklich am „nicht können“ oder einfach nur am „nicht wollen“ bzw. daran, dass sie keine Lust hat? Eine schwierige Frage!

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Vom hibbeln & der lieben Ausdauer

Wir werden in jedem Fall mit dem Kinderarzt sprechen! Und wir versuchen weiterhin unserer Tochter das lesen schmackhaft zu machen. Wenn wir z.B. im Supermarkt unterwegs sind, liest sie alles was ihr in die Quere kommt. Schwierig wird es nur, wenn sie ein Buch in der Hand hält und lesen soll. Es fängt schon damit an, dass sie unentwegt rumhibbelt und keine Sekunde still sitzen bleibt. Das Buch fällt ständig wieder zu und sie muss die Seite neu suchen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie einfach demotiviert ist, weil sie es eben nicht kann. Sie würde gerne, steht sich aber (wie so oft) selbst im Weg. Ein weiterer Faktor ist das Thema „Ausdauer“ – unsere Nena gehört zu den Kindern, die sofort einen Schreikrampf kriegen, wenn etwas nicht sofort klappt oder passiert.

Smileys als Bewertungs-Medium?

Ich habe jedoch auch das Gefühl, dass unsere Tochter momentan sehr unter Druck steht. Sie fängt plötzlich an mit den Augen zu rollen und für mich ist das ein ganz klares Anzeichen von Stress. Doch womit haben Kinder in diesem Alter schon Stress? Nena gehört zu den Kindern die in der Schule ganz still sind, Zuhause dann aber total ausbrechen und erstmal einen Wutanfall bekommen. Liegt es vielleicht daran? In der Schule bleibt sie über Stunden brav an ihrem Platz sitzen und hört zu, Zuhause dann aber noch Hausaufgaben zu machen oder zu lesen, ist dann einfach zuviel?

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Test in der Grundschule

Ich finde auch, dass die Kinder schon in der Grundschule Druck bekommen. Bei Tests z.B. werden nicht nur Punkte erteilt, sondern auch Smileys dazu gemalt. Diese Smileys sollen den Kindern auf einen Blick verraten, wie sie die jeweilige Aufgabe erledigt habe. Unsere Tochter ist immer total traurig, wenn sie mehr „traurige“ als „lachende“ Smileys auf dem Blatt stehen hat. Kann ich gut verstehen! Mit den Punkten können die Kinder noch nicht soviel anfangen, mit den Smileys jedoch schon. Und schon kann ein Kind unter Druck geraten, weil andere mehr lachende Smileys haben zum Beispiel.

Zeit zum ausruhen & spielen?

Manchmal frage ich mich auch, wann die Kinder eigentlich einfach nur spielen können? Es heißt immer so schön, dass man pro Hausaufgabe und Fach nicht länger als 15 Minuten arbeiten solle – doch als wir diese 15 Minuten einmal konsequent so eingehalten haben, war es dann am Ende doch zu wenig und somit auch nicht richtig. Nena gehört halt zu den langsamen, oft auch verträumten und schnell ablenkbaren Kindern, die sich an einer Aufgabe gut und gerne schon 15 Minuten aufhalten. Da ich aber noch ein weiteres Kind (Lisi) Zuhause habe und ihr in der Hausaufgabenzeit schlecht den Mund zukleben kann, sind Nebengeräusche unumgänglich. Also sitzen wir meistens mehr als 1 Stunde zusammen am Tisch und machen Hausaufgaben.

Bis wir mit dem Mittagsessen und einer kleinen Pause dann mit den Hausaufgaben beginnen, ist es meist schon nach 14 Uhr. Gegen 15 Uhr sind wir im besten Fall fertig mit den Hausaufgaben – leider aber auch mit den Nerven! Nena ist dann auf 180 und bockt nur noch herum und ich muss gestehen auch ziemlich geplättet zu sein vom ständigen ermahnen, erklären und danebensitzen. Verabredungen machen wir wenn überhaupt nur ganz spontan, denn zeitlich können wir uns kaum noch festlegen. Ich finds schade, dass so kleine Kinder schon soviel Arbeit haben. Warum dürfen sie nicht einfach nur spielen!?

Darf ich Dir noch was empfehlen?

4 Kommentare

  • Reply
    Arnholdt Maja
    8. Dezember 2015 at 21:38

    Liebe Daniela

    als ich deine Zeilen las – habe ich Eins zu Eins unsere Tochter wieder darin gesehen…Jaël geht nun in die 3. Klasse und wir haben so viele Probleme – ja und der Leistungsdruck ist enorm!! Und auch dieser Notendruck finde ich abartig! Jaël nimmt von sich aus nie ein Buch in die Hand – sie hasst lesen! Ja und was sollen wir da tun? Sie liest auch dementsprechend schlecht..und in Mathi ist ihr der Knopf auch noch nicht aufgegangen… hätte nie gedacht, dass wir schon in der Unterstufe Probleme haben könnten. Sie ist ein aufgewecktes, allseits interessiertes Girl…..manchmal habe ich auch den leisen Verdacht, dass es zu einem grossen Teil auch an der Lehrerinnen liegen könnte…? Ich weiss einfach, dass es in der 4. Klasse noch viel strenger wird und das treibt mir schon jetzt den Schweiss auf die Stirne! Also vielleicht ist es ein Trost – dass es da noch Andere gibt, die sich so durchkämpfen vielleicht ist es nur ein schwacher Trost! Ich wünsche Euch viel Energie und Durchhaltewille! Liebi Gruess Maja

    • Reply
      Daniela
      10. Dezember 2015 at 10:20

      Vielen lieben Dank – das macht mir Mut und zeigt mir, dass es nicht nur bei uns so ist. Sonst hört man ja überall immer nur, ne also bei uns ist alles super! Ich hoffe, dass es auch bei euch besser wird.

      Einen wunderbare Vorweihnachtszeit

      Daniela

  • Reply
    Anja
    26. Juli 2017 at 20:05

    Hallo Daniela,
    ich dachte nur die Jungs haben Probleme
    und null Lust auf lesen.
    Uns wurde abgeraten unseren Sohn
    nochmal in die 2. Klasse zu schicken,
    stattdessen sollten wir uns mit Rückstellung in der 3. anfreunden (mein Sohn hat einen „Kopfwackel“ Tick, hab graf auch Deinen blog Beitrag dazu gelesen) und ich hab oft das Gefühl er steht völlig unter Strom. Seltsam nur, die Lehrerin merkt davon nichts. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Kinder bis zum Läuten warten und dann gehts los…
    Viel Erfolg Euch und danke für die ehrlichen Worte.
    Liebe Grüsse aus München

    • Reply
      Daniela
      26. Juli 2017 at 20:29

      Liebe Anja,

      ich glaub die Probleme sind geschlechtsübergreifend oder?

      Aber schaden, dass euch davon abgeraten wird. Ich würde das wirklich als Familie und mit dem Kind besprechen und selbst entscheiden.

      Ich kann euch hier echt nur Mut machen! Warum soll er weiter negative Erfahrungen sammeln? Man könnte ihm das Leben doch jetzt schon erleichtern.

      Bleibt dran und alles liebe.

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