Familie

Das Grundschulalter – Vom loslassen, vertrauen und hoffen

übergangsjacken Tausendkind kinder

Unsere Töchter sind jetzt beide Schulkinder! Mit dem Eintritt in die Schule bzw. dem 6. Geburtstag verändert sich einiges, plötzlich möchten sie alleine irgendwo hingehen und demnächst auch sicher den Schulweg alleine antreten. Ein Gedanke, der mir als Mutter bzw. uns als Eltern wirklich etwas Kopfzerbrechen bereitet. Bisher hatte man immer eine schützende Hand über die Kinder, doch wenn sie plötzlich alleine losziehen, muss man einfach vertrauen und vor allem loslassen. Zuhause bei uns spielt sie seit einiger Zeit oft alleine oben an der Straße (ruhige Nebenstraße / Sackgasse in kleinem Ort) mit den Nachbarskindern. Das war scheinbar der 1. Schritt für uns, etwas loszulassen, denn auch dies viel mir Anfangs gar nicht leicht. Mittlerweile ist das etwas ganz normales und sie spielt sehr oft dort.

Loslassen!

In unserem letzten Urlaub wollte sie plötzlich alleine mit ihrer neuen Freundin auf den Spielplatz der etwas weiter entfernt lag. Puh – am liebsten würde man sagen, nein oder nur wenn ich mitkomme. Aber genau das wollte sie ja nicht, sie wollte alleine mit ihrer Freundin dorthin und so haben wir sie zum 1. Mal im Urlaub ziehen lassen. Die Freundin ist ebenfalls 6 Jahre und schon in der Schule. Nach meiner Frage wie lange sie denn dort bleiben wollen und nach Rücksprache mit den Eltern des anderen Mädchens wurde eine „halbe Stunde“ vereinbart. Nach ca. 10 Minuten kam es mir vor, als wäre sie schon 3 Stunden unterwegs und nach einer echten halbe Stunde habe ich meinen Mann losgeschickt um nach ihr zu sehen. Es war natürlich alles in Ordnung – Kinder haben in diesem Alter halt noch kein Zeitgefühl. Das wird wohl erst dann funktionieren, wenn das Kind eine Uhr lesen kann und so ein Verständnis für Zeit entwickelt. Dieses „loslassen“ gehört einfach dazu und irgendwann geht es halt los, wenn man auch am liebsten immer dabei wäre oder dem Kind heimlich einen Peilsender einbauen würde.

Sensibilisieren & Aufklären!

Wahrscheinlich lerne ich auch mit diesen Situationen noch besser umzugehen und man wächst einfach in dieses Thema hinein. Spätestens wenn die Grundschule beendet ist, muss ich sowieso loslassen können, denn dann muss sie mit dem Bus zur Schule fahren etc. Aber warum hat man eigentlich so eine Angst davor? Ich glaube es liegt einfach daran, dass zu viel Schlimmes auf dieser Welt und in Bezug mit Kindern passiert. Man hat einfach Angst und das ist etwas ganz normales und natürliches. Wichtig ist, dass die Kinder wissen, dass sie mit Niemanden mitgehen dürfen und sich auch von niemanden anquatschen lassen. Bereits im Kindergarten hat unsere Tochter schon einen „Mut tut gut“ Kurs mitgemacht bei dem die Kinder spielerisch lernen was sie tun können, wenn jemand was von Ihnen will, was sie selbst nicht möchten. Es gibt auch tolle Bücher zu diesem Thema die dabei helfen den Kindern verständlich zu machen, das sie mit niemanden mitgehen dürfen. Man kann seine Kinder also ein wenig auf die große weite Welt vorbereiten, aber die Angst wird uns Mütter bzw. uns Eltern sicher immer begleiten.

buchtipp fremde Schulweg nicht mitgehen

Buchtipp

Kinder stark machen!

Man kann die Kinder unterstützen und dabei begleiten selbstsichere und starke Kinder zu werden, die sagen was sie denken und keine Angst haben auch mal „nein“ zu sagen. Zuhause klappt das ja meist sehr gut aber wenn jemand fremdes ein Kind darum bittet, ihm zu helfen, dann helfen die Kinder in den meisten Fällen, weil es einfach ein Instinkt ist. Ein „nein“ zu jemand Fremden zu sagen ist für die meisten Kinder durchaus schwieriger als das „nein“ zu den eigenen Eltern, Geschwistern oder Freunden. Man muss sie darin bestärken, dass sie auch dann „nein“ sagen dürfen, um Hilfe rufen oder weglaufen, wenn ihnen eine Situation komisch vorkommt oder sie sich nicht wohlfühlen. Ebenso wichtig ist, dass die Kinder mit uns Eltern über alles reden ohne Angst zu haben. Ein offene und verständnisvolle Bindung zwischen Kindern und Eltern ist hier ganz wichtig. Die Kinder sollten keine Angst haben ihren Eltern Dinge zu erzählen, bei denen sie sich selbst „belasten“ – haben sie irgend einen Mist gebaut, sollten sie das ebenso erzählen dürfen wie auch Dinge die ihnen Angst machen oder Angst gemacht haben. Sobald das Kind sich im Verhalten verändert oder sich zurück zieht, sollte man nachfragen warum das so ist.

Darf ich Dir noch was empfehlen?

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar