Familie

Diagnose Krebs: als die Welt für einen Moment still stand!

diagnose krebs die Welt steht still

Letzte Woche hat unsere ganze Familie eine Nachricht total aus der Bahn geworfen und ich muss meine Gedanken dazu jetzt einfach mal niederschreiben…

Wenn man Kinder hat, treffen einen viele Dinge viel mehr als vorher, oder? Wenn man hört das schon wieder ein Kind verschwunden oder ein Elternteil schwer erkrankt ist, läuft einem automatisch ein Schauer über den Rücken. Man macht sich viel mehr Gedanken, weil man einfach Verantwortung für seine Kinder hat und vorallem, weil man seine Kinder groß werden sehen möchte. Man hört immer öfter von Krebserkrankungen und bei uns in der Straße kann man fast sagen, dass jeder 2. Bewohner an Krebs erkrankt ist. Was ist denn los? Warum haben plötzlich so viele Menschen Krebs? Wenn man so etwas mitbekommt, schockt einen das – dachte ich zumindest! Doch vor einigen Tagen kam in unserer eigenen Familie genau diese Meldung: „Krebs“ und ich kann euch das Gefühl garnicht genau beschreiben, welches ich in diesem Moment verspürte. Es war eine Mischung aus Ohnmacht, Übelkeit und völliger Verzweiflung. Es gehen einem sofort 1.000 von Gedanken durch den Kopf und man fühlt sich total hilflos. Die Worte „die Welt steht für einen Moment still“ treffen es ziemlich gut, sind aber noch deutlich untertrieben.

Es verändert aber auch die Sicht aufs eigene Leben und plötzlich ist der dreckige Küchenboden oder das unaufgeräumte Kinderzimmer total nebensächlich und egal. Warum macht man sich eigentlich all den Stress und die Sorgen um so „unwichtige“ Dinge im Leben? Warum genießt man das Leben nicht viel mehr? Das wichtigste ist doch, dass alle gesund sind und wir sollten genau darüber echt dankbar sein und uns jeden Tag darüber freuen. Wenn ihr also mal einen schlechten oder stressigen Tag habt, denkt einfach daran, dass es viel schlimmer sein könnte und schon geht’s euch wieder gut.

Zeit des Bangens & Hoffens beginnt

Nach dieser ersten schockierenden Nachricht sind jetzt ein paar Tage vergangen und eine neue Zeit beginnt: die Zeit des Bangens und Hoffens. Man hofft, betet und möchte noch nicht glauben, dass diese Diagnose tatsächlich wahr ist. Man weiß plötzlich auch gar nicht mehr, ob der Arzt nur den Verdacht auf Krebs geäußert hat oder die Diagnose deutlich ausgesprochen hat. In dem Moment als der Arzt sagte: „ich will nicht drumrum reden“ schaltet man glaub ich einfach auf Durchzug und ist plötzlich ganz weit weg. Also dürfen wir hoffen, dass es vielleicht nur der Verdacht ist und etwas ganz anderes dahinter steckt? Und ich glaube, man sollte auch genauso denken und versuchen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Aber diese Ungewissheit über Tage zu ertragen ist nicht einfach und die Gedanken drehen sich immer und immer wieder um dieses eine Thema.

Jetzt liegt „Opa“ im Krankenhaus und es stehen noch einige Untersuchungen an, bevor wir genaueres erfahren. Nena & Lisi fragen immer wieder, wann Ihr Opa denn wieder kommt und können mit „Krebs“ natürlich noch wenig anfangen. Nena fragte gestern, als wir auf dem Weg ins Krankenhaus waren ob Krebs ansteckend sei. Nachdem ich sie dahingehend beruhigen konnte, sind wir losgefahren. Man kann einfach nicht glauben, dass Opa wirklich Krebs hat, weil er doch total fit ist und weder abgenommen noch sonst irgendwelche typischen Krebs-Symptome hatte. Wir hoffen und beten also weiter und warten sehnlichst auf die Nachricht, dass es vielleicht doch anders ist als vermutet.

Ich glaube noch immer ganz fest daran, dass alles wieder gut wird und sag jetzt einfach mal mit ausgestrecktem Mittelfinger:

FUCK YOU KREBS

Darf ich Dir noch was empfehlen?

4 Kommentare

  • Reply
    Kati
    22. März 2016 at 06:59

    Ich denke das gerade solche Zeiten zeigen was eine Familie wirklich ausmacht und man unweigerlich vor Augen geführt bekommt das das Leben eben doch endlich ist. Sich auf die gemeinsame Zeit zu besinnen und zu reflektieren was man aneinander hat. Gemeinsam kämpfen und hoffentlich den Krebs besiegen das wünsche ich euch !

    • Reply
      Daniela
      24. März 2016 at 11:24

      Wie recht du hast! Wir haben den Kampf aufgenommen und kämpfen bis zum Schluss – vielen lieben Dank für deine netten Worte.

  • Reply
    Heike
    25. März 2016 at 08:58

    Liebe Daniela, lieber Daniel,

    es ist schwer eine solche Diagnose zu bekommen, aber man darf den Mut nicht verlieren und man muss kämpfen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, hab dem Krebs schon zweimal den Fuck-Finger gezeigt und ihm den Garaus gemacht. Man verliert schnell den Glauben und die Hoffnung, aber es gibt heute viele Möglichkeiten und ich wünsche, dass die Kinder noch lange Zeit mit dem Opa verbringen können.
    Ich bete für Eure Familie.

    • Reply
      Daniela
      26. März 2016 at 20:54

      Liebe Heike,
      vielen lieben Dank für deine offenen, aufmunternden und kraftgebenden Worte und dafür, dass du für uns beten möchtest, danke!
      Opa hat den Kampf aufgenommen und wir glauben alle fest daran, dass er ihn auch gewinnt.
      Wir wünschen dir und deiner Familie ein frohes Osterfest 🙂

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